28.07.2026

Hitzetage in der Gastronomie: Wenn Kühlgeräte an ihre Grenzen kommen

Sommerliche Temperaturen bringen volle Terrassen, gut gefüllte Glacéstationen und hohen Getränkekonsum. Gleichzeitig belasten Hitzewellen die gesamte Kühlkette eines Gastronomiebetriebs. Was bei 25 Grad problemlos funktioniert, kann bei 35 Grad bereits kritisch werden. Kühlgeräte verlieren Leistung, Lebensmittel werden empfindlicher und die Anforderungen an die Betriebsabläufe steigen.

Gemeinsam mit der Leutwyler Kühlanlagen AG haben wir die wichtigsten Punkte zusammengestellt, auf die Gastronomiebetriebe während Hitzeperioden achten sollten.

Warum Hitze für Kühlanlagen eine Herausforderung ist

Jede Kälteanlage arbeitet nach dem gleichen Prinzip: Die Wärme wird aus dem Kühlraum aufgenommen und nach aussen abgegeben. Steigt die Aussentemperatur, wird genau dieser Prozess schwieriger. Die Anlage muss mehr Energie aufwenden, um dieselbe Kühlleistung zu erreichen.

Die Folge: Kühlgeräte laufen länger, benötigen mehr Strom und verfügen über geringere Leistungsreserven. Werden sie zusätzlich schlecht belüftet oder sind die Verflüssiger verschmutzt, sinkt die Leistung nochmals deutlich.

Besonders kritisch wird es bei Kühlräumen, steckerfertigen Geräten im Küchenbereich sowie Anlagen, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Die häufigsten Fehler im Gastroalltag

Während Hitzewellen entstehen Probleme selten durch einen einzelnen Defekt. Meist sind es mehrere kleine Faktoren, die zusammenkommen.

Typische Beispiele:

  • Kühlgeräte stehen in direkter Sonne oder neben Wärmequellen.
  • Lüftungsöffnungen werden durch Kisten oder Material verstellt.
  • Türen von Kühlräumen bleiben zu lange offen.
  • Verflüssiger werden über längere Zeit nicht gereinigt.
  • Heisse Speisen werden direkt in den Kühlschrank gestellt.
  • Alle Kühlgeräte sind an derselben Stromversorgung angeschlossen.
  • Für besonders warme Tage fehlen Reserven und Notfalllösungen.

Gerade an umsatzstarken Tagen können solche Situationen schnell zu Qualitätsverlusten, höheren Warenverlusten oder im schlimmsten Fall zum Ausfall einer ganzen Kühlkette führen.

  

Sofortmassnahmen für heisse Tage

Mit einigen Vorkehrungen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:

Luftzirkulation sicherstellen

Kühlgeräte benötigen ausreichend Luft, um die abgeführte Wärme loszuwerden. Lüftungsgitter, Verflüssiger und technische Bereiche sollten frei zugänglich bleiben. Stauwärme hinter Geräten reduziert die Kühlleistung erheblich.

Schatten nutzen

Direkte Sonneneinstrahlung erhöht die Belastung zusätzlich. Wo möglich, sollten Kühlgeräte verschattet oder an geeigneteren Standorten aufgestellt werden.

Wartung nicht aufschieben

Verschmutzte Verflüssiger gehören zu den häufigsten Ursachen für Leistungsverluste. Eine jährliche Kontrolle durch Fachpersonen sowie regelmässige Reinigungen helfen, Ausfälle zu vermeiden.

Türöffnungen reduzieren

Jede Öffnung bringt warme und feuchte Luft in das Gerät. Kurze Wege, gute Organisation und durchdachte Abläufe machen sich gerade an Hitzetagen bezahlt.

Dichtungen kontrollieren

Defekte Türdichtungen führen zu permanentem Kälteverlust. Beschädigte Dichtungen sollten rasch ersetzt werden.

Kühlkapazitäten vorausdenken

Hitzetage kommen nicht überraschend. Viele Risiken lassen sich bereits in der Vorbereitung entschärfen.

Dazu gehören:

  • Eiswürfel frühzeitig produzieren und Tiefkühler als Reserve nutzen.
  • Empfindliche Produkte rechtzeitig vorbereiten und sicher lagern.
  • Zusätzliche Kühlkapazitäten für Spitzentage einplanen.
  • Lieferfrequenzen erhöhen, um Lagerbestände zu reduzieren.
  • Bei Bedarf Produkte extern zukaufen, statt Versorgungsengpässe zu riskieren.
  • Kritische Waren auf mehrere Kühlgeräte verteilen.

 

Was tun, wenn die Kühlung ausfällt?

Jeder Betrieb sollte sich vorab Gedanken über mögliche Ausfallszenarien machen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Externe Kühl- oder Tiefkühllager.
  • Vereinbarungen mit Nachbarbetrieben.
  • Temporäre Ausweichmöglichkeiten.
  • Klare Verantwortlichkeiten im Ereignisfall.

Kühlräume bereits in der Planung berücksichtigen

Viele Herausforderungen lassen sich bereits in der Konzept- und Planungsphase entschärfen. Ausreichende Kühlflächen, sinnvoll platzierte Kühlräume, gute Luftführung und Reservekapazitäten gewinnen mit steigenden Sommertemperaturen an Bedeutung.

Wer Kühlbedarf erst im laufenden Betrieb erkennt, muss häufig mit Übergangslösungen arbeiten. Frühzeitige Planung schafft mehr Sicherheit und bessere Betriebsabläufe.

Für die fachlichen Inputs zu Kälteltechnik bedanken wir uns bei der Leutwyler Kühlanlagen AG, die seit vielen Jahren Gastronomiebetriebe in den Bereichen der gewerblichen- sowie Klimakälte unterstützen.

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