Am grossen Stehtisch im GaPlan-Büro und mit gutem Kaffee entstehen oft spannende Diskussionen. So auch kürzlich bei Klaus Mosimann und Silvan Riniker. Klaus kam aus seiner Bike-Auszeit in Scuol zurück. Sie sprachen über Gastronomien, Hotels und die Frage, weshalb sich manche Betriebe über Jahre erfolgreich entwickeln, während andere auf der Stelle treten.
«Wenn irgendwo ein Betrieb deutlich besser wird, bleibt das selten ohne Folgen für die Nachbarn», meinte Klaus. Ein Gedanke, der sich in vielen Regionen beobachten lässt.
Ein Beispiel dafür ist Scuol. Mit den Investitionen und der Weiterentwicklung des Hotels Belvédère entstand ein Impuls, der über das Hotel selbst hinausreichte. Andere Betriebe begannen, ihre Angebote zu überprüfen, renovierten und setzten neue Akzente. Daraus entwickelte sich eine Bewegung, die der gesamten Destination zugutekam. Gäste fanden mehr Auswahl vor, der Ort gewann an Anziehungskraft und der Tourismus erhielt neue Anstösse.
Silvan brachte es mit einer einfachen Beobachtung auf den Punkt: «Gäste vergleichen heute ständig, bewusst oder unbewusst. Wenn ein Betrieb die Messlatte höher legt, verändert sich die Erwartung an alle anderen. Bei meinem Lieblingsdönerimbiss konnte ich das direkt beobachten. Weil ein Konkurrent sein Angebot verbessert hat, musste auch er reagieren.» Das führte dazu, dass genau jener Kritikpunkt verschwand, den Silvan zuvor immer wieder bemängelte. Ob sich diese Anpassung für den Betrieb am Ende rechnet, lässt sich von aussen schwer beurteilen. Für ihn als Gast hat sich das Ergebnis jedoch gelohnt. Sein Döner wurde besser.

Klaus Mosimann und Silvan Riniker über Entwicklungen, die man als Gast direkt spürt
Im Gespräch von Klaus und Silvan taucht immer wieder dieselbe Erkenntnis auf. Die entscheidenden Unterschiede liegen selten in grossen Konzepten. «Oft sind es die kleinen Dinge, die in Erinnerung bleiben», sagt Klaus. «Wie man empfangen wird, wie aufmerksam der Service ist oder ob bei den Produkten sorgfältig gearbeitet wird.»
Gerade die Gastronomie lebt von solchen Details. Gäste nehmen wahr, mit welcher Haltung eine Gastronomie geführt wird. Diese Wahrnehmung entsteht nicht durch Werbeslogans, sondern durch das tägliche Handwerk.
Silvan formulierte es während des Gespräches so: «Konkurrenz ist kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn niemand mehr versucht, besser zu werden.»
Dieser Gedanke kann weiter gedacht werden: Wettbewerb bedeutet nicht, dass einer gewinnt und der andere verliert. In vielen Fällen führt er dazu, dass alle Beteiligten genauer hinschauen, sich weiterentwickeln und ihren Gästen mehr bieten. Davon profitieren einzelne Betriebe, aber auch ganze Orte.
Je mehr Gastronomien den Anspruch an sich selbst erhöhen, desto attraktiver wird eine Region als Ganzes. Gäste spüren diese Entwicklung oft sofort. Sie erleben nicht nur ein gutes Restaurant oder ein gutes Hotel, sondern einen Ort, an den sie gerne zurückkehren.
«Am Ende entscheidet der Gast, wo er sein Geld ausgibt», sagte Klaus. «Und genau deshalb lohnt es sich, Qualität statt Quantität anzustreben.»
Und wer jetzt unbedingt den Lieblingsdöner in Baden von Silvan Riniker wissen möchte, der darf ihn gleich selbst fragen 😊







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