15.08.2026

Die gute Badi-Gastronomie: eine Frage ohne einfache Antwort

In unserem Team diskutieren wir gerade viel über ein Thema, das auf den ersten Blick simpel wirkt, aber ziemlich viel Tiefe hat, sobald man länger darüber nachdenkt: Wie sollte eine Schweizer Badi-Gastronomie eigentlich sein?

Der Auslöser war eine Beobachtung, die vermutlich jeder «Badigänger» von uns schon mal gemacht hat. An einem heissen Sommertag sitzen Badtüechli an Badtüechli der Handwerker, noch die Hosen von Strauss an, das ältere Ehepaar auf selbst mitgebrachten Liegestühlen, bewaffnet mit Büchern und die Familie mit Kindern, bewaffnet mit Schwimmflügeli. Niemand fragt nach dem Beruf, niemand achtet auf die Kleidung, Alter spielt (fast) keine Rolle. Man teilt sich die Schlange für Pommes und Cornet und den Blick aufs Wasser. Genau das macht eine Badi zu etwas Besonderem. Sie ist ein Ort, an dem sich die Schweizer Gesellschaft wirklich mischt, ohne dass das jemand künstlich organisieren müsste.

Wir haben auf die Frage, was eine gute Badi-Gastronomie ist, keine fertige Antwort, ehrlich gesagt auch keinen Anspruch darauf. Es sind eher Gedanken, die uns gerade begleiteten, wenn wir an unseren Badi-Projekten sitzen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vielleicht ist genau das der spannendste Teil daran, dass eine Badi jedes Mal wieder neu verhandelt, was sie für ihren Ort sein will.

 

Gastronomie als Bindeglied

 

Wir GaPlanianer sagen seit Jahren, dass eine Gastronomie erst dann wirklich erfolgreich ist, wenn sie mehr leistet als gute Verpflegung. Sie muss ihre Rolle als gesellschaftliches Bindeglied ernst nehmen und Erlebnisse schaffen, die bleiben. Bei einer Badi zeigt sich das besonders deutlich, weil die Gastronomie dort ein sozialer Ankerpunkt sein kann.

Genau hier setzt unsere Mission an. Wir helfen Betrieben, sich am Markt zu etablieren und langfristig erfolgreich zu bleiben, und bei einer Badi bedeutet das etwas anderes als bei einem Stadtrestaurant. Nicht nur der Umsatz pro Quadratmeter zählt, sondern auch, wie ein Betrieb funktioniert, wenn an einem Junitag plötzlich dreimal so viele Leute kommen, Hitzewellen zur Tagesordnung gehören oder wenn sich die Bedürfnisse der Badibesucher ändern.

 

Betreibermodell prägt die Möglichkeiten

 

Ein weiterer Aspekt ist die Frage, wer welche Aufgaben überhaupt übernimmt. Badi ist nicht gleich Badi. In manchen Anlagen betreibt der Gastronom ausschliesslich die Gastronomie, während Ticketing, Badeaufsicht und Infrastruktur bei der Gemeinde oder einem Badibetrieb liegen. An anderen Standorten verantwortet derselbe Betreiber zusätzlich den Ticketverkauf oder sogar den gesamten Badebetrieb.

Diese Unterschiede haben direkten Einfluss auf das Angebot, die Organisation und die Wirtschaftlichkeit. Wer nur für die Gastronomie verantwortlich ist, denkt anders über Personal, Öffnungszeiten und Investitionen als ein Betreiber, der den gesamten Betrieb im Blick haben muss. Deshalb lassen sich erfolgreiche Konzepte selten eins zu eins von einer Badi auf die nächste übertragen.

Genau deshalb starten wir jedes Projekt mit derselben Frage: Wer trägt welche Verantwortung? Erst wenn das Betreibermodell klar ist, lassen sich Angebot, Prozesse und Infrastruktur sinnvoll darauf abstimmen.

 

Dorf oder Stadt: zwei völlig unterschiedliche Aufgaben

 

In unseren internen Diskussionen kommt immer wieder die Frage auf, ob eine dörfliche Badi-Gastronomie dasselbe leisten soll wie eine städtische. Unsere Antwort: eher nicht, zumindest nicht auf dieselbe Art.

Auf dem Land ist die Badi oft schon fast ein Dorfplatz mit Wasser. Man kennt die Leute, die Kinder sind mit ihren Freunden unterwegs, und das Angebot darf einfach und bodenständig sein, solange es verlässlich ist. Die soziale Funktion ergibt sich fast von selbst, weil das Dorf ohnehin klein ist. Die gängigen Klassiker wie Pommes und Raketenglacé sind zwar vorhersehbar und gleichzeitig stark mit «Badi-Sommer-Emotionen» verknüpft.

In der Stadt ist die Ausgangslage anders. Dort trifft die Badi auf noch mehr Kulturen, andere Erwartungen. Auch hier kommen verschiedene Lebensrealitäten auf engem Raum zusammen. Eine gute städtische Badi-Gastronomie kann auch ein kleines Stück Sozialpolitik sein, ob das nun so geplant war oder nicht.

Wohin sich die Badi-Gastronomie entwickeln könnte

Ein Thema, das uns im Team besonders beschäftigt: Wie flexibel darf und soll ein Badiangebot werden? Foodtrucks sind da ein naheliegendes Beispiel. Sie erlauben es, das Angebot je nach Wetter, Saison oder sogar Tageszeit anzupassen, ohne dass gleich eine ganze Küche stillsteht, wenn es mal drei Wochen regnet. Eine Art von Multifunktionalität, die wir auch bei anderen Projekten immer wieder sehen: dieselbe Fläche bedient über den Tag oder die Saison hinweg ganz unterschiedliche Bedürfnisse.

Wie anfangs gesagt, haben wir keine abschliessenden Antworten auf alle diese Fragen. Was wir als Firma GaPlan GmbH aber immer umsetzen – sei es eine Badigastronomie oder eine andere Art von Gastronomie – wir betrachten jedes Projekt individuell und finden zuerst die genauen Bedürfnisse des Betriebes heraus, gemeinsam mit allen Projektbeteiligten.

Es gibt nicht DIE eine Badigastronomie. Auch wenn Pommes irgendwie schon nicht fehlen dürfen 😉

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